Ich bekomme zwar in Kürze meinen E-Rolli. Aber mit meinem normalen Rollstuhl habe ich in Düren manche Probleme. Angefangen bei den Unebenheiten bei den Bürgersteigen. Dort selber als Rollifahrer mit "Handbetrieb" unterwegs zu sein, ist für Untrainierte nahezu unmöglich. Ich bin zwar noch recht kräftig im Oberkörper aufgrund meiner früheren Zeit als Kampfsportler. Aber da ich seit Jahren nicht mehr trainiere, werde ich meist von einer Begleitperson geschoben. Was für die Damen ja auch nicht so einfach ist, da ich kein Leichtgewicht bin.
Dazu machen die schrägen Bürgersteige das Leben doppelt schwer. Zwar sind an den Kreuzungen die Bürgersteige abgesenkt und übergangslos zur Straße, so das man dort über die Straße kann, was gut ist, aber insgesamt sind die Bürgersteige nicht für Rollifahrer ohne E-Antrieb geeignet.
Die Sparkasse Düren
Da ich mein Konto bei der Sparkasse Düren habe, muss ich dort auch schon mal hin. Die Kontoauszugsdrucker stehen ja direkt am Anfang in einer Vorhalle. Das ist zwar ok. Aber wenn man alleine ist, ist dies evtl. gefährlich. Denn ich kann nicht so einfach sehen wer sich hinter mir aufhält. Da ist eine Begleitperson schon vorteilhaft.
Aber die Bedienung der Geräte um Geld oder Kontoauszüge zu bekommen, ist nicht so einfach. Das Display ist zu hoch, und ich stoße unten mit den Fußstützen an die Geräte, so das ich nur schwer bis gar nicht dort rankomme. Die Damen von der BeWo, die mich dann begleiten, drücken dann für mich auf dem Bildschirm.
Aber das bedeutet für mich, alleine oder gar am Abend dort Geld holen, ist sehr unklug. Ein Platz für Rollstuhlfahrer, wär hier wünschenswert. Auf Höhe für einen Rollstuhlfahrer, Spiegel an der Wand, damit man sieht was hinter einem passiert und wer sich hinter einem aufhält. Ein Platz reicht ja, weil nicht viele Rollifahrer gleichzeitig dort auftauchen werden.
Das Wohnhaus
Als ich 2001 hier hingezogen bin, war sicher nicht der Gedanke da, dass ich mal im Rolli sitze. Aber das Problem, was ich jetzt hier habe, sind die Tür vom Aufzug und die Haustür. Diese zu öffnen, und durchzurollen, ist nur sehr schwer möglich, bzw. es muss jemand die öffnen. Zumal ich rückwärts in den Aufzug reinfahren will, um zu sehen was "hinter mir" passiert. Wenn ich vorwärts reinfahre, ist was eher nicht möglich. Dafür wäre ein Spiegel an der Wand von Vorteil.
Um die Türen zu öffnen, wären Bewegungsmelder zwar hilfreich, aber dann kann jeder rein, was nicht Sinn der Sache ist. Besser wäre ein elektronischer Türöffner für Haustür und Aufzug, dessen Auslöser nur die behinderten Mieter bekommen. Das wäre eine Möglichkeit, die die Krankenkasse oder Pflegekasse vermutlich mitfinanziert.
Fazit
Ich habe als Rollifahrer noch nicht alle Ecken von Düren ausgekundschaftet. Aber mein erster Eindruck ist, Düren ist nicht behindertenfreundlich. Also da ist noch Luft nach oben.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen