Bismarckstr. in Düren mit Bismarckquartier, Bismarckdenkmal und Jobcenter

Mein direktes Wohnumfeld möchte ich hier mal genauer erläutern. 


Ich will jetzt mal etwas dazu schreiben, wo ich wohne. Ich nutze zum Teil Bilder, die ich selber gemacht habe, und auch Bilder, die ich nach Erlaubnis von Herbert Reiter aus der Gruppe "Düren deine Heimat entnehmen darf. So wie das obige Bild, welches die Bismarckstr. aus der Innenstadt heraus zeigt, wo das unten erwähnte Hochhaus und Bismarckquartier steht. Rechts ist die damalige "Dürener Bank", wo heute die Commerzbank ist. 

Ich wohne seit 2001 in diesem Hochhaus. 


Da dort früher Werbung von einer Versicherungsgesellschaft dran war, wie hier auf dem Bild zu sehen ist, links am Rand des Gebäudes, wurde das Haus, "Provinzial-Hochhaus" genannt. In diesem Haus sind 100 Wohnungen verteilt auf 10 Stockwerke und 5 Hausbereiche. Das heißt es gibt 5 Hauseingänge. Diese sind aber nicht auf der Seite wie hier zu sehen ist, sondern auf der Rückseite, Zu erreichen wenn man durch einen Durchgang durch geht, von Links oder Rechts. Dieses Bild hier ist etwa aus den 80er Jahren glaube ich. 

Dies ist die Rückseite des Hauses, die zur Innenstadt zeigt. Was da vom Haus absteht, sind Treppenhäuer, die von den Notbalkonen aus zu betreten sind. So kann man im Brandfall sicher nach unten gelangen, ohne dass das Treppenhaus wesentlich voll Qualm ist. 



Das folgende Bild  zeigt noch die Bauarbeiten, als das Gebäude fertig gestellt wurde. 


Das ich dort wohne hat sich so ergeben. Meine Eltern hatten unser Haus in Oberzier (rund 8 km von Düren entfernt) verkauft, wo ich aufgewachsen bin. Die letzten 2 Jahre habe ich eine Wohnung oben bewohnt. Aber der Makler meinte, es ist besser wenn das Haus komplett leer ist, wenn es verkauft werden soll. Ich hatte dort auch mein Geschäft, "Heimbierbedarf Ralf Duyster". Auch dies habe ich dann geschlossen, Weil ich meinen Eltern keine "Steine im Weg legen" wollte. Auch wenn ich das nicht gut fand. Aber meine Eltern hatten viel für mich getan und mir Vieles ermöglicht. Daher wollte ich hier keinen Aufstand machen. 

Ich hätte dann laut neuem Eigentümer im Haus wohnen bleiben können. Aber das habe ich abgelehnt. Mit dem Verkauf war es auch nicht mehr "mein Reich". Ich wollte nicht sehen was dann dort vielleicht umgebaut wurde, usw. Weil es dann nicht mehr "meins" gewesen wäre. Aber ich wusste nicht so recht wohin ich wollte. Merzenich war eine Option. Denn mitten in der Stadt wollte ich nicht wohnen. Da war mir zu viel Betrieb. Aber in Merzenich  fand ich zu der Zeit keine geeignete Wohnung. Dann hatte ich am Stadtrand von Düren eine Wohnung gefunden. Hatte auch einen Besichtigungstermin per Telefon aus gemacht. Neugierig wie ich bin, war ich am Abend aber schon mal dahin gefahren um mir die Sache von außen anzusehen. 

Ein Haus mit einer eingemauerten Jahreszahl aus dem 19. Jahrhundert, keine Möglichkeit nach hinten  zu einem Grundstück zu fahren, Die Straße war voll mit Autos, also wo sollte ich parken? Das gefiel mir absolut nicht. 

Und ich hatte auch dann die Nase voll. Ich sagte meinem Vater, er sollte mal den Hausmeister fragen ob dort im Haus ne kleine Wohnung frei ist. 2 waren frei und eine davon habe ich dann genommen. Nun wohne ich also schon rund 20 Jahre dort. Viele sagen, in so einem Haus könnten sie nicht wohnen. Da hätten sie keine Ruhe. Aber falsch. Auch wenn hier 100 Wohnungen sind, ist es recht ruhig. Was an der Bauweise des Hauses liegt. Wenn es im Sommer warm ist, sind unten auf dem Grundstück natürlich viele Leute. Aber in der Wohnung hört man kaum was. Seit rund 3-4 Jahren haben wir auch neue Fenster, die noch dichter sind als die alten. Somit ist es noch ruhiger, bezogen auf den Straßenverkehr. 

Abriss des Schwimmbades


Das Schwimmbad in der Bismarckstr. wurde 1958 eingeweiht. Dies war gut besucht, da es für viele Menschen in Düren und Umgebung eine Abwechslung war. Doch 1998 wurde es wieder abgerissen. Das Gelände blieb eine Zeitlang ungenutzt. 

Dann sollte das Jobcenter Düren dort gebaut werden. Bei den Bauarbeiten wurde auch eine Bombe aus dem 2. Weltkrieg dort gefunden. Nicht ungewöhnlich bei dem was damals auf Düren runterregnete. Denn die Innenstadt von Düren wurde fast komplett zerstört. Es waren nur noch ich glaube 3 Häuser bewohnbar. 

Ich kam von der Arbeit (damals noch Versandbüro Pelikan Hardcopy) nach Hause. Stellte meinen Wagen in die Garage, ging zur Haustüre, und wurde von einem Polizisten in Zivil, begleitet von einem uniformierten Beamten, angesprochen, dass das Haus evakuiert wird, wegen eines Bombenfunds auf dem Gelände der Hallenbads. Ich sagte, kann ich noch mal in meine Wohnung? Er sagte ja, aber in einer halben Stunde muss ich raus sein. Ich sagte, ja kein Problem, dauert nicht lange. 

Oben angekommen rief ich bei meinen Eltern an. Die wohnten im gleichen Haus, nebenan und 2 Etagen tiefer. Meine Eltern hatten das gar nicht mitbekommen. Meine Mutter meinte, als sie auf Toilette war, hatte es geklingelt. Aber sie war nicht schnell genug an der Tür. Und mein Vater kam grade von einem Spaziergang mit dem Hund, und hatte das nicht mitbekommen. Dann sind wir zu meiner Oma im Grüngürtel gefahren und haben im Radio gehört, wann die Evakuierung aufgehoben ist. Ich bin dann sofort nach Hause gefahren, Meine Eltern sind noch für 2 Stunden bei meiner Oma geblieben. Meine Oma und meine Mutter konnten sich stundenlang unterhalten. :-) 

Auf dem Gelände des ehemaligen Hallenbades, steht heute das Jobcenter, welches 2010 eröffnet wurde. 



Bismarckdenkmal

Das Denkmal von Otto von Bismarck wurde 1892 enthüllt. Es stand auf dem Gelände von Philipp Schoeller, einem großen Fabrikant in Düren. Anschließend übergab er sein Gelände der Stadt Düren. Das Denkmal stand dann auf der Kreuzung Bismarckstr./Moltkestraße. 

Hier ein Vergleich von früher und heute. Erstellt von Herbert Reiter. Links ist das Denkmal, welches in Richtung Innenstadt schaut. Das Bild rechts zeigt die gleiche Stelle, aber wie es heute aussieht. Die Straße führt im weiteren Verlauf zur Schoellerstraße. 

Das Mackabere ist folgendes. Als Düren am 16.11.1944 um 15.23 Uhr von der Royal Air Force angegriffen wurde, gingen 5477 Sprengbomben und 148.680 auf die Innenstadt von Düren nieder. Es gab wohl 3126 Tote. Die Innenstadt quasi komplett zerstört. 

Aber der gute, alte Bismarck, hat wacker seine Stellung gehalten. 

Trotz der Zerstörung von Düren, obwohl alles um dem Denkmal in Schutt und Asche lag, stand der gute alte Bismarck immer noch auf seinem Sockel. Er hatte sich nur um 12 Grad nach rechts gedreht. Aber er stand noch. 



Auch die Bodentruppen der Amerikaner, die durch Düren durch wollten nach Köln, ließen es sich nicht nehmen, sich vor dem Denkmal fotografieren zu lassen. 

Um zu verdeutlichen, wie das heute aussieht: Nehmen wir noch mal mein Foto von meiner Wohnzimmerfenster vom Jobcenter.

Auf der Wiese steht das Denkmal heute. Es ist immer noch das gleiche Denkmal. Es wurde nur ich glaube 2019 restauriert und bekam einen neuen Sockel. 


Ein paar Meter weiter, heute nicht zu sehen weil die Bäume ihr Sommergewand tragen, ist die Kreuzung, auf der das Denkmal damals stand, und wo er sich beim Luftangriff 1944 gedreht hat, wie oben zu sehen ist. 


Stadthalle Düren >>> Bismarckquartier

Früher stand im gleichen Bereich die Stadthalle Düren. Das Gebäude wurde 1955 fertig gestellt.

Hier die Stadthalle mit dem Bismarckdenkmal, wo es nach dem 2. Weltkrieg stand, bevor es restauriert wurde. Der Gute schaut nun auf die Bismarckstraße. 

Hier ist der Abriss der Stadthalle zu sehen. Das Gebäude war inzwischen so verfallen, das der Denkmalschutz, der für das Gebäude galt, aufgehoben werden konnte, damit es abgerissen werden konnte. Viele Dürener haben schöne Erinnerungen an die Zeit der Stadthalle. Ich war auch als Kind mit meiner Mutter dort bei einer Veranstaltung. Aber ich kann mich nicht mehr daran erinnern, was dort und wann es war. 

Da das Gebäude jahrelang leer stand und man dort auch ungehindert rein gehen konnte, hielten sich dort immer wieder viele Jugendliche aber auch Erwachsene auf. Es gab auch dort seit ich hier wohne 2-3 mal Brandmeldealarm. Die Feuerwehr musste anrücken. Einmal sah ich auch Rauch aufsteigen, was aber natürlich von der Feuerwehr schnell erledigt wurde. 
Es war also nur noch eine Ruine, die immer weiter verfallen ist. 

Der Abriss der Stadthalle










Nach dem Abbruch lag das Gelände einige Zeit brach. Nachdem sich die Leute über die Ruine aufgeregt hatten, regten sie sich nun über diesen Anblick auf. Also manche sind nie zufrieden. 

2017 wurde mit dem Neubau auf diesem Grundstück begonnen. Hier sollte das "Bismarck Quartier" entstehen. Es sollten entstehen ein 4 Sterne Hotel, Gewerberäume, Eigentumswohnungen, Konferenzräume, ein Café sowie eine Tiefgarage.

Für das Dorint Hotel wurden 120 Doppelzimmer geplant, die sich auf 5 Etagen verteilen. Im Konferenzzentrum ist Platz für 700 Gäste. Dazu gibt es einen Fitnessbereich.

 

2019 war das Projekt soweit fertig gestellt. Es gibt einen kleinen Teich, der zum Verweilen einlädt, auf dem Bild rechts daneben, die dunkle Stelle, da kommt Wasser raus. Die Fontäne ist dann in mehrere Strahlen rund 1,5 m - 2 m hoch, schätze ich mal. 

Dies ist jedenfalls ein schönerer Anblick, als die Ruine der Stadthalle, auf die wir viele Jahre blicken mussten. 

Dies war ein Einblick in meine unmittelbare Umgebung meins Wohnbereichs. Ich danke Herber Reiter von der Facebookgruppe Düren deine Heimat dafür, dass ich die Bilder verwenden durfte, die anderen Bilder habe ich selber gemacht von meinem Balkon aus. 

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